Mein Plan für Göttingen
in einfacher Sprache
Einführung
Göttingen hat große Stärken: gute Wissenschaft, starke Firmen, gutes Handwerk, eine gute Lage in Europa und viel Sport und Kultur.
Die größte Stärke sind die vielen Menschen, die sich für die Stadt einsetzen.
Ich will diese Stärken nutzen und Göttingen zuversichtlich nach vorne bringen.
Viele Menschen erleben die Stadtverwaltung als zu langsam und zu kompliziert. Das will ich ändern.
Ich höre zu, entscheide und erkläre meine Entscheidungen klar.
Göttingen ist eine offene und demokratische Stadt. Das soll so bleiben. Mit rechtsextremen Kräften arbeite ich nicht zusammen.
Mein Göttingen-Plan reicht bis zum Jahr 2040. Ich verspreche nur, was ich auch halten kann.
Die Stadt hat wenig Geld. Deshalb setze ich klare Schwerpunkte und wirtschafte verantwortungsvoll.
Als Oberbürgermeister bin ich sichtbar, erreichbar und ansprechbar.
Die Verwaltung mache ich schneller, durch klare Zuständigkeiten und durch Digitalisierung.
Der Göttingen-Plan kurz erklärt
Der Plan besteht aus drei Teilen:
- Die Stadt als Partnerin im Alltag.Die Stadt soll den Menschen im Alltag helfen: bei Bildung, Wohnen, Sicherheit, Kultur, Sport und beim Zusammenleben. Alle sollen gut leben können, auch Menschen mit wenig Geld oder mit Behinderung.
- Die Stadt als Möglichmacherin.Die Verwaltung soll einfacher und schneller werden. Anträge sollen leichter sein und öfter digital gehen. Und die Stadt soll gut mit den Menschen sprechen.
- Die Stadt als Zukunftsmotor.Göttingen soll stark für die Zukunft werden: in Wirtschaft, Wissenschaft, Klimaschutz, Verkehr und Innenstadt. Der Klimaschutz soll gerecht sein, Arbeitsplätze sollen sicher bleiben und die Stadt soll für alle gut erreichbar sein.
Teil 1: Die Stadt als Partnerin im Alltag
Bildung
Als Vater und Schulleiter weiß ich: gute Bildung gibt allen Kindern gleiche Startchancen. Sie stärkt den Zusammenhalt und die Zukunft der Stadt.
Kitas und Schulen brauchen zuverlässige Hilfe von der Stadt.
Ich sorge dafür, dass Kitas offen bleiben. Wenn Personal fehlt, soll es Vertretungen geben. Auch wenn die Kinderzahlen sinken, wird jede Erzieherin und jeder Erzieher gebraucht.
Grundschulen bekommen die Räume und das Personal, die sie für den Ganztag brauchen. Ich begleite die Schulen beim Umbau und fordere mehr Geld vom Land und vom Bund.
Die Stadt unterstützt die Schulen besser als bisher, zum Beispiel beim Deutschlernen und bei der Sozialarbeit an Schulen.
Kaputte Schulen werden saniert, und das möglichst schnell. Die städtische Wohnungsbau-Gesellschaft soll künftig auch Schulen bauen können.
Alle Schulen baue ich nach und nach barrierefrei um. Barrierefrei heißt: ohne Hindernisse, zum Beispiel mit Wegen ohne Stufen und mit passenden Toiletten.
Familien und Kinderschutz
Familien sollen früh Hilfe bekommen, bevor aus Sorgen große Probleme werden. Die verschiedenen Hilfsangebote sollen besser zusammenarbeiten und schnell erreichbar sein.
Wenn Kinder Schutz brauchen, muss die Hilfe schnell kommen. Lange Wartelisten soll es nicht geben.
Ich will ein Familienrathaus einrichten. Dort bekommen Familien Beratung und Hilfe an einem Ort, und müssen nicht von Amt zu Amt laufen.
Hilfe soll überall in der Stadt erreichbar sein, dort wo Kinder und Familien tatsächlich leben.
Wohnen
Wohnen in Göttingen darf kein Luxus sein. Auch Menschen mit normalem Einkommen sollen eine bezahlbare Wohnung finden.
Ich mache mehr Tempo beim Bauen und Umbauen und achte auf eine gute Mischung in den Stadtvierteln.
Ich baue mehr günstige Wohnungen, auch für ältere Menschen, für junge Menschen und für Menschen mit Behinderung. Die städtische Wohnungsbau-Gesellschaft soll mehr solcher Wohnungen bauen. Wenn die Wohnungen der Stadt gehören, bleiben sie dauerhaft bezahlbar.
Auch Wohnungs-Genossenschaften bekommen günstiges Bauland, damit sie günstige Wohnungen bauen. Eine Genossenschaft ist ein Zusammenschluss, der Wohnungen für seine Mitglieder baut, oft zu günstiger Miete.
Studierende und Auszubildende unterstütze ich beim Wohnen besonders, denn in Göttingen leben sehr viele junge Menschen.
Gegen verwahrloste Häuser gehe ich entschieden vor. Die Eigentümer setze ich unter Druck, damit sie ihre Häuser in Ordnung bringen. Gleichzeitig bekommen die Bewohner soziale Unterstützung.
Sicherheit und Sauberkeit
Alle Menschen sollen sich in Göttingen sicher fühlen, am Tag und in der Nacht. Besonders Frauen fühlen sich nachts oft unsicher.
An unsicheren Orten sorge ich für Veränderungen, zum Beispiel für bessere Beleuchtung und freie Sicht in Parks. Das stimme ich mit der Polizei und den Menschen vor Ort ab.
Sauberkeit gehört für mich zur Sicherheit. Ich lasse Problemstellen häufiger reinigen und stelle neue, größere Mülleimer auf, auch eigene Mülleimer für Pizzakartons.
Gegen Fahrraddiebstahl gehe ich vor. Ich unterstütze die Polizei und baue mehr sichere Abstellplätze für Fahrräder, überall dort, wo viele Menschen hinwollen.
Kultur
Kultur macht das Leben reicher und gehört zu Göttingen. Sie soll für alle Menschen erreichbar bleiben.
Bei der Kultur will ich nicht sparen. Ich sichere die Theater, Museen, Vereine, die Bibliothek und das Kino langfristig. Gleichzeitig soll es Platz für neue Ideen geben.
Für das Nachtleben mache ich einen Plan und führe eine Nachtbürgermeisterin oder einen Nachtbürgermeister ein. Diese Person vermittelt zwischen Anwohnern, Gästen und Veranstaltern und sucht gute Lösungen.
Die Stadthalle mache ich wieder bezahlbar, damit auch Göttinger Veranstalter sie nutzen können, zum Beispiel für Schulabschlussbälle.
Die Stadtbibliothek will ich zu einem offenen Treffpunkt weiterentwickeln, an dem man kostenlos lernen und Menschen treffen kann. Wenn es einen besseren Standort gibt, kann sie auch umziehen.
Sport
In Göttingen treiben rund 40.000 Menschen in Vereinen Sport. Das verdanken wir vor allem den vielen Ehrenamtlichen.
Ich rede regelmäßig mit dem Stadtsportbund und den Vereinen, damit gute Ideen auch umgesetzt werden.
Ich erhalte und modernisiere die Sportstätten und baue neue. Zum Beispiel eine Halle im Westen der Stadt, eine Halle für die neue Schule in Weende und passende Sporträume in Roringen.
Sport soll auch wohnortnah möglich sein. Ich baue mehr frei nutzbare Bewegungsangebote, zum Beispiel Bewegungsparks und Fitness-Anlagen im Freien.
Die Schwimmflächen will ich erhalten und ausbauen. Über die Zukunft des Schwimmbads am Unisport rede ich mit der Universität, damit eine gute Lösung gefunden wird.
Den Kiessee mache ich als Fläche für Wassersport zukunftssicher und das Ufer attraktiver. Zum Beispiel mit Beachvolleyball-Feldern und Toiletten.
Zusammenleben und Teilhabe
Göttingen ist vielfältig, und alle sollen sich hier zu Hause fühlen. Ich will eine Stadt, in der die Menschen gut zusammenleben.
Nachbarschaftszentren und Dorfgemeinschaftshäuser sind wichtige Orte der Begegnung. Diese Orte erhalte und stärke ich, denn dort kann man sich treffen, ohne etwas kaufen zu müssen. Das hilft gegen Einsamkeit.
Diese Treffpunkte sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen baue ich nach und nach barrierefrei um.
Auch beim Thema Computer und Internet sollen alle mitkommen. Ich baue Unterstützungsangebote aus und sorge dafür, dass die Online-Angebote der Stadt einfach und verständlich sind. Wichtig ist mir: Alles muss weiterhin auch ohne Computer möglich sein.
Teil 2: Die Stadt als Möglichmacherin
Die Verwaltung soll für die Menschen da sein: gut erreichbar, verständlich und lösungsorientiert.
Eine moderne Verwaltung
Gemeinsam mit allen Mitarbeitenden entwickle ich klare Ziele für die Verwaltung. Alle sollen Respekt erfahren: von der Reinigungskraft bis zur Leitung.
Viele Anträge sind immer wieder gleich. Solche Abläufe mache ich mit digitaler Hilfe schneller, zum Beispiel beim Personalausweis, beim Parkausweis oder bei der Baugenehmigung. Das entlastet die Mitarbeitenden und verkürzt die Wartezeiten.
Ich will eine offene Fehlerkultur: Aus Fehlern soll man lernen dürfen, statt sie zu verstecken.
Für wichtige Vorhaben benenne ich klare Projektleitungen, damit Entscheidungen schneller fallen, zum Beispiel bei der Koordination von Baustellen.
Ich entwickle eine Göttingen-App. Dort bündele ich Informationen und Angebote: Termine, Veranstaltungen, Müllabfuhr, einen Mängelmelder und Hinweise aus den Stadtteilen.
Nah bei den Menschen
Das leerstehende alte Amtshaus baue ich um und richte dort das Familienrathaus ein. So nutze ich ein städtisches Gebäude sinnvoll und spare teure Mieten.
Ich besuche regelmäßig die Stadtteile und spreche mit den Menschen vor Ort. Dabei sollen am Ende konkrete Ergebnisse stehen.
Wer der Stadt einen Hinweis gibt, bekommt eine Antwort. Das gilt auch für Vorschläge aus den Beiräten und aus dem Jugendparlament, in dem junge Menschen mitreden.
Die Verwaltungsstellen in den Stadtteilen baue ich aus, damit die Menschen vor Ort eine verlässliche Anlaufstelle haben.
Teil 3: Die Stadt als Zukunftsmotor
Göttingen kann ein starker Standort der Zukunft sein. Diese Chancen will ich entschlossen nutzen: mit klaren Schwerpunkten und soliden Finanzen.
Wirtschaft und Wissenschaft
Die Firmen in Göttingen sind wichtige Partner: vom Handwerk bis zum großen Unternehmen. Ich unterstütze sie möglichst unbürokratisch.
Besonders stärken will ich die Lebenswissenschaften, also die Forschung rund um Medizin, Landwirtschaft und Umwelt. Jeder fünfte Arbeitsplatz in der Region gehört dazu. Neue Firmen aus der Forschung unterstütze ich beim Start.
Für neue und wachsende Betriebe entwickle ich Gewerbeflächen, vor allem auf alten Firmengeländen. So kann die Stadt schnell reagieren, und Arbeitsplätze bleiben erhalten.
Die Universität, die Hochschulen, die Universitätsmedizin und die Forschungseinrichtungen unterstütze ich bestmöglich. Sie prägen Göttingen und sind ein zentraler Teil unserer Stadt.
Solide Finanzen
Ein solider Haushalt ist die Grundlage für alles. Allein durch Sparen lässt sich die Stadt aber nicht gesund machen.
Die Städte bekommen zu wenig Geld für ihre vielen Aufgaben. Dafür setze ich mich beim Land und beim Bund mit Nachdruck ein.
Mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger gehe ich verantwortungsvoll um. Ich setze Schwerpunkte und gebe Geld für das aus, was wirklich zählt.
Ich baue in der Verwaltung eine zentrale Stelle für Fördermittel auf. So holt Göttingen mehr Geld von der EU, vom Bund, vom Land und von Stiftungen.
Die vom Rat beschlossene Bettensteuer unterstütze ich. Das ist eine Gebühr für Übernachtungen im Hotel. Mit dem Geld fördere ich Kultur und Sport.
Durch Digitalisierung spart die Stadt Geld und Arbeit. Bis 2030 sollen die wichtigsten Bürgerdienste digital möglich sein und die Akten digital geführt werden.
Klimaschutz
Klimaschutz muss im Alltag funktionieren und sozial gerecht sein. Wichtig ist mir, was konkret umgesetzt wird, nicht, was nur beschlossen wird.
Viele Menschen heizen noch mit Gas und Öl. Das ist schlecht für das Klima. Beim Umstieg lasse ich Eigentümer und Mieter nicht allein, sondern unterstütze sie mit Beratung und ohne Zwang. Die Fernwärme baue ich aus. Bei Fernwärme kommt die Wärme über Rohre ins Haus, eine eigene Heizung ist nicht nötig.
Beim Strom setze ich auf erneuerbare Energie. Die Stadt geht voran und nutzt ihre Dächer für Solarstrom, zum Beispiel auf Schulen. Ich helfe auch den Menschen beim eigenen Strom, etwa mit Balkon-Solaranlagen. Den Ausbau der Windkraft gestalte ich im Dialog mit den betroffenen Stadtteilen. Die Menschen vor Ort sollen davon wirtschaftlich profitieren.
Verkehr
Mobilität muss im Alltag funktionieren. Ich behalte alle Verkehrsarten im Blick: zu Fuß gehen, Rad fahren, Bus fahren, Auto fahren und den Wirtschaftsverkehr.
Den Radentscheid setze ich zügig um. Das ist der Beschluss der Bürgerinnen und Bürger für bessere Radwege. Geschützte Radstreifen richte ich zunächst zur Probe ein, und ich weise mehr Fahrradstraßen aus.
Verkehrsprojekte dauern oft viel zu lange. Ich straffe die Planung, damit aus Beschlüssen schneller fertige Wege werden.
Die Gehwege sind in erster Linie für die zu Fuß Gehenden da, vor allem für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Einschränkungen. Falsch parkende Autos und abgestellte E-Scooter dürfen sie nicht blockieren. Wo Rad- und Fußverkehr sich kreuzen, sorge ich für klare Regeln.
Sichere Schulwege haben für mich oberste Priorität. Vor den Grundschulen richte ich sichere Zonen ein, und zu den weiterführenden Schulen schaffe ich sichere Radrouten.
Den Fußverkehr in den Stadtvierteln nehme ich stärker in den Blick, denn die meisten Wege in Göttingen werden zu Fuß zurückgelegt.
Den Straßenraum mache ich Schritt für Schritt barrierefreier: mit abgesenkten Bordsteinen und mit Leitsystemen für blinde Menschen. Das sind ertastbare Rillen im Boden.
Den Busverkehr mache ich wieder verlässlich. Die Anbindung der Stadtteile und des oberen Ostviertels bleibt erhalten.
Das Auto behandle ich gleichberechtigt mit den anderen Verkehrsarten und nicht mehr automatisch bevorzugt. Mit dem Auto soll man sich aber weiter durch die Stadt bewegen und zentral parken können. An einzelnen Kreuzungen baue ich Kreisverkehre, und ich baue mehr Ladesäulen für Elektroautos.
Schutz vor Klimafolgen
Hitze und Starkregen nehmen zu. Darauf bereite ich die Stadt besser vor. Leitbild ist die Schwammstadt: Regenwasser soll dort aufgenommen werden, wo es fällt.
In der Innenstadt pflanze ich mehr Bäume. Sie spenden Schatten und kühlen an heißen Tagen.
Ich stelle Trinkwasserspender in der Innenstadt auf, damit sich alle kostenlos mit Wasser versorgen können.
Versiegelte Flächen mache ich nach und nach grün, damit Regen besser versickern kann.
Den Katastrophenschutz stärke ich. Die Feuerwehren bekommen gute Ausrüstung. Außerdem prüfe ich Notfall-Anlaufpunkte, an denen Menschen in einer Krise Schutz, Wärme, Wasser und Strom bekommen. Dabei denke ich besonders an Menschen, die sich im Notfall nicht selbst helfen können.
Innenstadt
Die Innenstadt ist das Herz der Stadt und der Region. Vieles hat sich verändert: Der Online-Handel und leere Läden setzen ihr zu. Ich will, dass hier wieder mehr Leben entsteht.
Das alte Leitbild für die Innenstadt ist über 20 Jahre alt. Ich erarbeite ein neues Konzept, das Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur und Freizeit zusammenbringt.
Ich bringe mehr Kultur und Bildung in die Innenstadt. Die Stadtbibliothek soll dabei eine wichtige Rolle spielen.
Ich stärke Feste und Veranstaltungen wie die Nacht der Kultur und Open Sound. Außerdem schaffe ich mehr Orte zum Spielen und Bewegen, zum Beispiel Spielgeräte und vielleicht einen Wasserspielplatz.
Die Innenstadt soll für alle gut erreichbar bleiben, mit dem Bus, mit dem Rad und zu Fuß. Auch der Plan für das Nachtleben hilft der Innenstadt.
Mein Versprechen
Ich bringe Göttingen mutig nach vorne. Ich höre zu, ich entscheide, und ich erkläre meine Entscheidungen. Ich arbeite für alle Menschen in unserer Stadt.