Mein Plan für Göttingen

Göttingen steht vor großen Herausforderungen. Unsere Stadt hat aber alles, was sie für eine gute Zukunft braucht: Wissenschaft und Forschung auf Spitzenniveau, eine großartige Schul- und Bildungslandschaft, erfolgreiche Unternehmen, ein starkes Handwerk, die zentrale Lage im Herzen Europas und eine lebendige Sport- und Kulturszene. Vor allem aber hat Göttingen viele Menschen, die sich jeden Tag für ihre Stadt einsetzen. Wer die Zukunft unserer Stadt schlechtredet, übersieht diese enormen Stärken.

Bei dieser Wahl entscheiden die Göttingerinnen und Göttinger, wer unsere Stadt in den kommenden acht Jahren als Oberbürgermeister oder als Oberbürgermeisterin führt, Orientierung gibt und Verantwortung übernimmt. Ich trete an, um diese Stärken zu bündeln, neue Zuversicht zu schaffen und Göttingen gemeinsam mit den Menschen in unserer Stadt entschlossen nach vorne zu entwickeln.

Demokratie lebt vom Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit. Dieses Vertrauen ist in den letzten Jahren unter Druck geraten. Auch in Göttingen erleben viele Menschen das Rathaus als zu langsam, zu kompliziert oder nicht nah genug bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Ich will zeigen, dass es auch anders geht: mit einer Politik und Verwaltung, die zuhört, rasch entscheidet, verlässlich handelt und Entscheidungen erklärt.

Wenn Fortschritt so erlebbar wird, wächst auch das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen. Göttingen ist eine offene und demokratische Stadt – und das soll sie bleiben.

Für mich gibt es kein Zusammengehen mit Positionen, die unsere Grundwerte infrage stellen, und keine Toleranz gegenüber rechtsextremen Kräften.

So will ich als Oberbürgermeister arbeiten

Göttingen braucht eine Stadtspitze, die Orientierung gibt, Prioritäten setzt und dafür sorgt, dass aus guten Ideen auch verlässlich konkrete Verbesserungen werden.

Ich verspreche nichts, was ich nicht halten kann. Unsere Haushaltslage ist ernst. Deshalb wird mein Handeln auf allen Feldern den Leitlinien folgen: Prioritäten setzen, verantwortungsvoll wirtschaften, Wirkung erzielen und verlässlich liefern.

Göttingen braucht Entscheidungen, die nicht immer weiter vertagt werden. Mutig führen heißt für mich: zuhören, abwägen, entscheiden und dann entschlossen handeln. Nicht auf Kosten des Zusammenhalts, sondern mit dem Ziel, das Leben der Menschen spürbar zu verbessern.

Am Anfang steht dabei immer das Zuhören. Darauf müssen klare Zielsetzungen, nachvollziehbare Begründungen und die Bereitschaft folgen, Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen. Dafür werde ich als Oberbürgermeister stehen: sichtbar, erreichbar und ansprechbar – in der Stadt und im Rathaus.

Viele Bürgerinnen und Bürger erleben die Stadtverwaltung zu selten als guten Dienstleister. Mein Eindruck ist: Nicht die Mitarbeitenden bremsen, sondern oft Strukturen und Abläufe. Deshalb werde ich Zuständigkeiten klären, Prozesse vereinfachen und Digitalisierung so einsetzen, dass die Verwaltung schneller und lösungsorientierter arbeiten kann.

Mit meinem Göttingen-Plan setze ich in drei Säulen einen langfristigen Rahmen für die Entwicklung unserer Stadt bis 2040. Für die Umsetzung werde ich konsequent arbeiten.

Säule 1: Die Stadt als Partnerin im Alltag der Menschen

Die Stadt prägt unser tägliches Leben. Sie entscheidet mit darüber, ob Kinder gut aufwachsen, Familien entlastet werden, Menschen bezahlbar wohnen können, öffentliche Orte sicher und sauber sind und Kultur, Sport und Begegnung für alle erreichbar bleiben.

Eine starke Stadt ist eine verlässliche Partnerin in allen Lebensphasen. Sie stärkt Zusammenhalt, eröffnet Chancen und hält den Menschen den Rücken frei – besonders denen, die Unterstützung brauchen.

Ich will, dass Göttingen für die Menschen da ist. Die Stadt soll gute Startbedingungen in Kita, Schule und Studium schaffen, Familien verlässlich unterstützen, bezahlbares Wohnen ermöglichen, Sicherheit und Ordnung gewährleisten und die Orte stärken, an denen Menschen zusammenkommen: in Nachbarschaften, Vereinen, Kultur, Sport und im Alltag.

Gut aufwachsen in Göttingen

Kinder und Jugendliche sollen in Göttingen gut aufwachsen können – unabhängig davon, in welchem Stadtteil sie leben, ob sie Beeinträchtigungen haben oder welche Herausforderungen ihre Familie gerade bewältigt. Gute Entwicklung braucht Sicherheit, Gesundheit, verlässliche Beziehungen und Familien, die Unterstützung bekommen, bevor aus Belastungen Krisen werden.

Als Vater von drei Kindern und Schulleiter weiß ich: Gute Bildung entscheidet über den Lebensweg jedes Einzelnen und über die Zukunft unserer Stadt. Sie ist die Grundlage für Chancengleichheit, sozialen Zusammenhalt und eine starke Stadtgesellschaft – von der Wirtschaft bis zur Kultur.

Ich will deshalb, dass Göttingen Bildung, Betreuung, Gesundheit, Familienhilfe und Kinderschutz stärker zusammendenkt. Die Verwaltung muss für Kitas, Schulen, Familien und Beratungsstellen zuverlässig erreichbar und unterstützend sein. Dazu gehören verlässliche Betreuung in den Kitas, hohe Qualität im Ganztag an den Grundschulen, gezielte Unterstützung der weiterführenden Schulen und schnelle Hilfe für Familien, wenn sie gebraucht wird.

Warum? Wenn die Kita wegen Personalmangel nicht öffnet, bedeutet das für Familien Stress und Planungsunsicherheit. In den nächsten acht Jahren werden dabei zwei gegenläufige Entwicklungen zusammenkommen: Noch fehlt es an Betreuungspersonal, und die Suche nach einem Krippenplatz ist vielerorts für Eltern herausfordernd. Gleichzeitig zeigen die Geburtenzahlen, dass künftig Plätze in der Kinderbetreuung frei werden und Überkapazitäten entstehen können.

Wie? Ich sage vorausschauend klar: Auch in Zeiten sinkender Kinderzahlen wird jede Erzieherin und jeder Erzieher gebraucht. Freiwerdendes Personal kann dort eingesetzt werden, wo Personallücken bestehen und Einrichtungen Unterstützung brauchen. So verbessern wir Verlässlichkeit und Qualität in Krippe und Kindergarten. An den Kitas dürfen wir nicht sparen.

Warum? Zukünftig sollen alle Grundschulen verpflichtend ein Ganztagsangebot anbieten. In der Praxis ist das mit hohen Anforderungen verbunden. Fehlende Räume für Mensabetrieb und Nachmittagsangebote, fehlendes Personal für die Betreuung am Nachmittag und noch nicht ausreichend entwickelte Konzepte, wie die zusätzliche Zeit pädagogisch sinnvoll genutzt werden kann, führen vielerorts zu offenen Fragen bei Eltern, Lehrkräften und Schulleitungen.

Wie? Ich weiß aus meiner Arbeit an Ganztagsschulen wie guter Ganztag funktioniert. Eine ausreichende Ausstattung der Grundschulen für die Umsetzung des Angebots werde ich als Oberbürgermeister deshalb prioritär behandeln. Ausreichende finanzielle Ressourcen zum Umbau der Gebäude für den Ganztagbetrieb sowie eine enge Begleitung der Schulen beim Umstieg auf Ganztag durch die Stadt gehören für mich zu dieser Priorität. Angesichts der bereits bekannten unzureichenden Finanzierungszusagen des Landes und des Bundes sowie der Finanzklemme der Kommunen werde ich mich für höhere Finanzierungsmargen von Land und Bund einsetzen.

Warum? Der Warnruf der Geschwister-Scholl-Gesamtschule – aber auch anderer Schulen – über Schwierigkeiten bei der Sprachförderung und der Integration muss ernst genommen werden. Die Stadt muss die Schulen zukünftig enger begleiten, als sie das bisher getan hat.

Wie? Als Schulleiter weiß ich, wie wertvoll eine Verwaltung ist, die die Schule unterstützt. Mit mir wird die Stadtverwaltung deshalb ein aktiver, verlässlicher Partner der Schulen sein – auch beim Erhalt und der Weiterentwicklung der vielfältigen Schullandschaft. Dazu gehört eine enge konzeptionelle Begleitung der Schulen sowie eine gezielte Stärkung der Schulsozialarbeit.

Die Sanierung der Göttinger Schulen werde ich wie geplant umsetzen und wo möglich beschleunigen. Die Städtische Wohnungsbau GmbH Göttingen werde ich in ihrer Kompetenz so stärken, dass sie zukünftig auch öffentliche Gebäude wie Schulen bauen können. Darunter darf und wird der Bau von Wohnraum nicht leiden.

Warum? Schulen müssen für alle Kinder, Jugendlichen und Beschäftigten zugänglich sein. Das gilt für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung ebenso wie für Lehrkräfte, Eltern und Besucherinnen und Besucher. Barrierefreiheit ist Voraussetzung für echte Teilhabe im Schulalltag.

Wie? Die städtischen Schulen werde ich Schritt für Schritt barrierefrei umbauen. Dazu gehören stufenfreie Zugänge zu Unterrichtsräumen, Fachräumen und Lehrkräftebereichen sowie Toiletten für Menschen mit Behinderung. Bei Sanierungen und Neubauten wird Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht.

Warum? Familien brauchen Unterstützung, bevor aus Belastungen Krisen werden. Frühe Hilfen, Erziehungsberatung und andere Angebote müssen deshalb einfach erreichbar sein – ohne lange Wartezeiten und ohne komplizierte Zuständigkeiten.

Wie? Ich will dafür sorgen, dass Familien schneller die Hilfe finden, die sie brauchen. Angebote der Frühen Hilfen, Erziehungsberatung und weiterer Unterstützungsstellen sollen besser miteinander verbunden werden. Hilfe muss dann da sein, wenn Familien sie brauchen – nicht erst Monate später.

Warum? Wenn Kinder Schutz brauchen oder Familien Unterstützung suchen, muss Hilfe schnell erreichbar sein. Wartelisten und unklare Zuständigkeiten dürfen nicht dazu führen, dass Kinder und Familien zu lange allein bleiben.

Wie? Das Kinderschutzzentrum, Beratungsangebote und der Allgemeine Soziale Dienst müssen handlungsfähig sein und gut zusammenarbeiten. Mein Anspruch ist klar: weg von langen Wartelisten, hin zu schnellen und verlässlichen Hilfen.

Warum? Familien brauchen keine Zuständigkeitsdebatten, sondern schnelle Orientierung und klare Hilfe. Wer Unterstützung sucht, darf nicht von Stelle zu Stelle geschickt werden.

Wie? Mit der Idee eines Familienrathauses will ich Beratung, Unterstützung und Jugendhilfe besser an einem Ort zusammenbringen. Familien sollen dort eine verlässliche Anlaufstelle finden, die ihnen hilft, den richtigen Weg durch die Verwaltung und die Unterstützungsangebote zu finden.

Warum? Unterstützung darf sich nicht nur auf einzelne Brennpunkte oder Problemimmobilien verengen. Familien leben überall in Göttingen. Deshalb müssen Prävention, Beratung und Hilfen auch dort ansetzen, wo Kinder und Jugendliche tatsächlich aufwachsen.

Wie? Ich will die Lebensräume von Kindern, Jugendlichen und Familien stärker in den Blick nehmen: in den Stadtteilen, in den Ortsteilen, rund um Kitas und Schulen und in den Quartieren. Dort müssen Angebote besser erreichbar sein und die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Schulen, Beratungsstellen und sozialen Trägern gestärkt werden.

Mehr Wohnraum, mehr Tempo, mehr soziale Durchmischung

Wohnen darf in Göttingen kein Luxus sein. Auch Menschen mit normalem Einkommen müssen bei uns eine passende Wohnung finden können – bezahlbar, gut erreichbar und in Quartieren, in denen unterschiedliche Menschen gut zusammenleben.

Dafür will ich mehr Tempo bei Neubau und Umbau machen, auf eine gute soziale Mischung in den Quartieren achten und entschieden gegen Problemimmobilien vorgehen.

Warum? Wohnen ist in Göttingen zu teuer. Im Vergleich der niedersächsischen Großstädte liegt unsere Stadt bei den Kaltmieten auf einem unrühmlichen Spitzenplatz. Gleichzeitig sind Baupreise und Zinsen stark gestiegen. Viele bereits geplante oder genehmigte Projekte werden zu langsam oder gar nicht umgesetzt. Hinzu kommt: Durch den Verkauf von rund 5.000 Werkswohnungen von Bahn, Post, Gewerkschaften und großen Arbeitgebern rund um die Jahrtausendwende fehlen heute tausende Wohnungen in der Hand gemeinwohlorientierter Vermieter.

Wie? Ich werde alle Möglichkeiten nutzen, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das Land Niedersachsen fördert den Wohnungsbau im unteren und mittleren Preissegment in großem Umfang. Die Mieten können dabei unterschiedlich hoch sein, sind aber langfristig festgelegt. Ich will die Städtische Wohnungsbau GmbH Göttingen deshalb schnell in die Lage versetzen, mehr öffentlich geförderte Wohnungen für unterschiedliche Bedarfe zu bauen – auch altersgerecht und barrierefrei. Wenn diese Wohnungen im Eigentum der Städtischen Wohnungsbau bleiben, sind sie nicht nur langfristig, sondern dauerhaft bezahlbar.

Auch den Göttinger Genossenschaften will ich günstiges Bauland anbieten, damit sie weiter öffentlich geförderten Wohnraum im unteren und mittleren Preissegment schaffen können.

Warum? Menschen mit Behinderung brauchen passenden Wohnraum, der ihren Alltag ermöglicht. Dabei reicht es nicht, Barrierefreiheit nur für Einzelpersonen zu denken. Auch Paare mit Behinderung oder Menschen mit Behinderung, die mit einfacher Assistenz leben, brauchen Wohnungen, die dafür geeignet sind. Solcher Wohnraum fehlt in Göttingen bislang in ausreichendem Umfang.

Wie? Beim öffentlich geförderten Wohnungsbau werde ich darauf achten, dass barrierefreier Wohnraum gezielt für unterschiedliche Lebenssituationen entsteht. Dazu gehören Wohnungen für einzelne Menschen mit Behinderung, für Paare mit Behinderung und für Menschen, die mit Assistenz leben. Die Städtische Wohnungsbau und die Göttinger Genossenschaften sollen diese Bedarfe bei Neubau und Umbau stärker berücksichtigen.

Warum? In der Universitätsstadt Göttingen leben und lernen rund 30.000 Studierende. Der Bedarf an Wohnangeboten für junge Menschen ist deshalb in unserer Stadt besonders hoch. Das Angebot ist aber längst nicht ausreichend.

Wie? Das Studierendenwerk Göttingen werde ich aktiv darin unterstützen, sein Wohnungsangebot auszubauen. Dafür werde ich geeignete Maßnahmen angehen: die Vereinfachung des Bauens, den Druck auf das Land erhöhen, in seine neue Förderrichtlinie den Neubau von Studierendenwohnungen aufzunehmen, die Entlassung der Wohngebäude des Studierendenwerkes aus der Flüchtlingsunterbringung und eine starke Unterstützung bei den Erbpachtverhandlungen mit der Klosterkammer.

Auszubildenden will ich mit wohngemeinschaftsgeeigneten Wohnungen gezielt den Start in den Wohnungsmarkt erleichtern.

Warum? Die sogenannten „Problemimmobilien“ sind weder für die Stadt Göttingen, die Bewohnerinnen und Bewohner noch die unmittelbaren Nachbarn eine tragfähige Wohnform. Ein würdevolles Leben ist dort nur schwer möglich.

Wie? Ich werde entschieden gegen die verwahrlosten, problematischen Immobilien vorgehen. Mit der eingerichteten Taskforce im Rathaus werde ich den Druck auf die Eigentümer weiter vorantreiben. Ziel ist es, mit allen rechtlichen Mitteln für geordnete Mietverhältnisse, Sauberkeit und Sicherheit zu sorgen. Gleichzeitig werden die Bewohnerinnen und Bewohner in schwierigen Lebenslagen sozial begleitet und unterstützt.

Nach dem Hagenweg und der Groner Landstraße 9/9a+b zeichnet sich mit dem Iduna-Zentrum das nächste große Handlungsfeld ab. Auch hier werde ich einen klaren Kurs mit administrativem Druck, Kontrolle und sozialer Unterstützung steuern.

Sicherheit und Ordnung

Sicherheit ist ein Grundbedürfnis. Die Menschen müssen sich in Göttingen jederzeit sicher fühlen können – auf den Straßen, Plätzen und Grünanlagen unserer Stadt, in Bussen, an Schulen und in Freizeiteinrichtungen.

Sicherheit entsteht nicht allein durch Kontrolle, sondern auch durch Ordnung und Sauberkeit. Alle drei Aspekte gehören untrennbar zusammen. Als Leiter einer großen Schule erlebe ich täglich: Wo es sauber und gepflegt ist, steigt das Sicherheitsgefühl – und Verhalten verändert sich positiv. Deshalb will ich die Sauberkeit in der Innenstadt und an öffentlichen Orten wie Schulen, Sporthallen, Kultureinrichtungen und Haltestellen aber auch Plätzen und Grünanlagen konsequent verbessern. Das ist Bestandteil eines klaren Gesamtkonzeptes aus Präsenz, Prävention und einer durchdachten Gestaltung des öffentlichen Raums.

Warum? Alle Menschen müssen sich in ihrer Stadt rund um die Uhr auf den Straßen sicher fühlen. Das gilt besonders für Frauen, von denen sich nachts viele besonders bedroht fühlen.

Wie? In besonderen Angsträumen werde ich Veränderungen einleiten, die mit der Polizei, Ordnungsdiensten, der Jugendhilfe, Ortsräten, den Nachbarschaftszentren und Bürgerinitiativen abgestimmt werden. Bessere Beleuchtung und offene Sichtachsen in Parks sollen allen Göttingerinnen und Göttingern mehr Sicherheit geben.

Warum? Sauberkeit ist der kleine Bruder von Sicherheit. Wo es sauber ist, steigen Wohlbefinden und Sicherheitsgefühl. Leider kommt es besonders in öffentlich viel genutzten Bereichen vor, dass Müll die Umwelt verschmutzt oder Straßen insgesamt einen dreckigen Eindruck machen.

Wie? Das Thema Sauberkeit wird systematisch angegangen – durch häufigere Reinigung an Problemstellen, Analyse der Ursachen von Vermüllung, gezielte Gegenmaßnahmen und klare Erfolgskontrolle. Begleitend setze ich auf eine sichtbare Öffentlichkeitsarbeit, die Verantwortung stärkt und zum Mitmachen einlädt.

Neue Mülleimer an stark frequentierten Orten wie dem Wall und rund um das Auditorium, die mehr Volumen haben und sicher vor Tieren sind, geben allen mehr Möglichkeiten, den Müll zu entsorgen. So will ich z. B. auch eigene Mülleimer für Pizzaverpackungen, wie es sie bereits in einigen Städten gibt, aufstellen lassen.

Warum? Fahrraddiebstahl ist kein Kavaliersdelikt. Göttingen hat dafür schon zu lange einen negativen Bekanntheitsgrad in Deutschland. Wenn Menschen auf die Nutzung ihres Fahrrads verzichten, weil sie Angst davor haben, dass es gestohlen wird, und diese Menschen stattdessen das Auto nutzen, ärgert das nicht nur die Geschädigten, es wird auch schon der erste Schritt hin zu einer veränderten Mobilität verhindert.

Wie? Die erfolgreiche Reduzierung der Diebstahlfälle durch bisherige Maßnahmen der Polizei werde ich aktiv unterstützen. Abstellflächen für Fahrräder werden insgesamt verbessert. Dabei müssen wir im Blick haben, dass sichere und komfortable Radabstellanlagen an vielen Orten erforderlich sind. Nämlich überall dort, wo die Ziele der Radfahrenden liegen, also an Kultur- und Sportstätten, bei großen Arbeitgebern, Supermärkten, an Schulen und Freizeiteinrichtungen. Kontinuierlich und zügig müssen wir diese Angebote im öffentlichen Bereich ausbauen und parallel ein besseres Angebot bei den Gewerbetreibenden einfordern.

Kulturstadt Göttingen

Warum ist Kultur wichtig? Weil sie uns inspiriert und neue Erfahrungen ermöglicht. Kultur gibt uns Wurzeln und Flügel zugleich.

Insofern trägt das vielfältige Kulturangebot viel zum besonderen Flair unserer Stadt bei. Auch für mich war dies ein Grund, hier zu studieren. Die kulturelle Attraktivität Göttingens muss erhalten bleiben, wobei wichtig ist: Die Teilhabe von vielen Menschen an vielen Angeboten muss weiter möglich sein. Das ist die Voraussetzung für einen gelebten Zusammenhalt und eine lebendige demokratische Stadtgesellschaft. Zugleich ist Kultur auch ein wichtiger Standortfaktor für die Gewinnung von Fachkräften für unsere national und international aufgestellten Unternehmen und die Forschungslandschaft.

Ich will diese Lebensqualität und Anziehungskraft Göttingens erhalten und werde deshalb die Breite und Vielfalt der Kulturangebote absichern. Die Menschen, die sich hier kulturell engagieren, sollen eine verlässliche Planungssicherheit erhalten.

Warum? Kunst, Theater, Literatur, Musik, Museen, Kulturvereine, soziokulturelle Zentren, Bibliothek, Kino und vieles mehr: Die Göttinger Kulturlandschaft ist bunt und breit aufgestellt. Das ist eine große Stärke unserer Stadt. Mit ihrem vielfältigen Kulturangebot ist Göttingen ein attraktives Oberzentrum für die ganze Region. Unsere Kultureinrichtungen wirken dabei nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in die Stadtteile und die Region hinein.

Wie? Sparmaßnahmen setzen häufig zuerst bei der Kultur an. Das wird es mit mir nicht geben. Mein Ziel ist es, die bestehenden Kultureinrichtungen langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig muss es Raum für neue und kreative kulturelle Initiativen geben. Ich will Göttingen als Kulturstadt weiter stärken.

Warum? Das Nachtleben – dazu gehören Gastronomie, Clubs, Livemusikspielstätten und vieles mehr – ist für unsere lebendige und junge Innenstadt und unsere Standortattraktivität von zentraler Bedeutung. Gerade im Nachtleben stoßen aber sehr unterschiedliche Interessen aufeinander. Das Nachtleben ist ein komplexes Ökosystem.

Wie? Ich werde einen Nachtbürgermeister bzw. eine Nachtbürgermeisterin einführen und so die Interessen von Anwohnenden, Veranstaltenden und Ausgehenden koordinieren und lösungsorientiert begleiten. In anderen Städten hat sich die Einrichtung solcher Stellen bereits bewährt, und es konnte vieles für das nächtliche Leben in der Innenstadt möglich gemacht werden. Ich werde zudem einen Masterplan für die Nacht entwickeln lassen, der Kultur, Clubs und Begegnungsräume sichert, stärkt und in die Stadtgesellschaft einbettet.

Warum? Die aktuellen Preise für die Stadthalle machen sie für viele Göttinger Veranstalter zu einem nicht bezahlbaren Veranstaltungsort. Sie ist aber als „Stadthalle“ an dem Standort saniert worden, damit sie neben großen Kulturveranstaltungen auch für das Göttinger Stadtleben zur Verfügung steht.

Wie? Ich werde rechtssichere Modelle entwickeln, mit denen die Stadthalle wieder zu bezahlbaren Konditionen für Göttinger Veranstalter, z. B. Schulabschlussbälle, zugänglich gemacht wird.

Warum? Göttingen ist auch eine Bibliotheksstadt. Die SUB repräsentiert das in unserer Stadt erkennbar und wird als Lernort von vielen Menschen – nicht nur Studierenden – genutzt. Auch unsere Stadtbibliothek hat sich weiterentwickelt. Nach meiner Beobachtung spielt sie aber in der Innenstadt noch nicht die Rolle, die ihr zukommen sollte. Für eine Stadt, „die Wissen schafft“, ist eine Stadtbibliothek als moderner Lernort und soziales Zentrum nach meiner Überzeugung von großer Bedeutung. In unseren europäischen Nachbarländern und anderen bundesdeutschen Städten finden wir zunehmend Vorbilder.

Wie? Daran anknüpfend will ich den zentralen Standort der Stadtbibliothek am Johanniskirchhof attraktiver und offener gestalten – als einen öffentlich zugänglichen Raum, der kostenlos nutzbar ist und keine Konsumverpflichtung mit sich bringt. Die Bibliothek soll als ein zentraler Anlaufpunkt im Zentrum weiter ausgebaut werden: ein lebendiger Raum, der sich kontinuierlich wandelt und Lernen, Technik, Begegnung und kulturelle Vielfalt unter seinem Dach vereint. Sollte sich ein anderer Standort dafür anbieten, kann ich mir auch einen Umzug vorstellen.

Göttingen: Stadt des Sports

Rund 40.000 Menschen treiben in Göttinger Sportvereinen Sport. Sie nutzen Sportanlagen im Freien, Sporthallen, Freibäder und das Badeparadies Eiswiese. Die sportliche Vielfalt unserer Stadt zeigt sich an vielen Stellen: bei der „Tour d’Energie“, den Ropeskippern in Roringen, dem Mini-Basketball-Turnier, dem Altstadtlauf, der Arbeit des Stadtsportbundes mit seiner Freiwilligenagentur und den vielen Angeboten unserer Sportvereine.

Dieses starke Sportprofil ist vor allem den vielen Menschen zu verdanken, die sich ehrenamtlich im und für den Sport engagieren. Sport stärkt den Zusammenhalt, bringt Menschen zusammen und macht Göttingen attraktiv. Diese „Stadt des Sports“ möchte ich gemeinsam mit Vereinen, Stadtsportbund, GÖSF und allen weiteren Akteuren gezielt weiterentwickeln.

Warum? Sport lebt vom Engagement der Vereine und der vielen Ehrenamtlichen. Damit gute Ideen auch umgesetzt werden können, braucht es einen engen Austausch zwischen Stadt, Stadtsportbund, GÖSF und Vereinen.

Wie? Als Oberbürgermeister werde ich regelmäßige Gesprächsforen mit dem Stadtsportbund und der GÖSF anbieten. So können Bedarfe früh erkannt, Projekte besser abgestimmt und die Entwicklung des Sports kontinuierlich begleitet werden.

Warum? Gute Sportangebote brauchen gute Sportstätten. Viele bestehende Anlagen müssen erhalten, modernisiert oder an neue Anforderungen angepasst werden. Gleichzeitig braucht Göttingen zusätzliche Sportflächen und Sporthallen. Besonders wichtig sind ein Hallenneubau im Westen der Stadt, eine Halle für die Neue IGS in Weende sowie angemessene Sporträume für die Menschen in Roringen und seine Ropeskipper.

Wie? Grundlage dafür ist der Sportstättenentwicklungsplan. Diesen werde ich fortschreiben und dort anpassen, wo sich neue Bedarfe ergeben. So können bestehende Sportstätten gezielt modernisiert und neue Projekte geplant werden. Bei Land und Bund werde ich mich für finanzielle Förderung stark machen, damit diese wichtigen Vorhaben für unsere Sportinfrastruktur möglichst schnell umgesetzt werden können.

Warum? Sport soll auch wohnortnah möglich sein. Der öffentliche Sport- und Bewegungspark an der Westseite des Kiessees zeigt, dass solche Angebote gut angenommen werden. Auch der Calisthenics-Park auf dem HW2-Gelände an der musa zeigt, wie niedrigschwelliger Sport im Quartier funktionieren kann. Solche Angebote geben Menschen die Möglichkeit, auch ohne Vereinsmitgliedschaft oder teures Sportstudio allein oder gemeinsam mit anderen Sport zu treiben.

Wie? Solche frei zugänglichen Bewegungsangebote will ich weiterentwickeln und nach und nach in weiteren Stadtteilen schaffen. Dazu gehören zum Beispiel Calisthenics-Anlagen, Bewegungsparks und andere einfache Sportangebote im öffentlichen Raum.

Warum? Schwimmflächen sind wichtig für Vereine, Schulen, Familien und alle Menschen, die gerne schwimmen oder sich im Wasser bewegen. Unsere Freibäder und das Badeparadies Eiswiese müssen deshalb erhalten bleiben. Gleichzeitig braucht Göttingen zusätzliche Schwimmzeiten und Schwimmflächen. Deshalb ist die Zukunft des Schwimmbads am Unisport für die Stadt von großer Bedeutung.

Wie? Ich werde mich für den Erhalt der bestehenden Schwimmflächen einsetzen. Zusätzlich werde ich Gespräche mit der Universitätsleitung führen, damit für das Schwimmbad am Unisport eine tragfähige Zukunft gefunden wird. Ein Zuständigkeitsstreit zwischen Stadt und Universität hilft hier nicht weiter. Ich möchte gemeinsam mit der Universität eine Lösung für Göttingen finden.

Warum? Der Kiessee ist die einzige große Wassersportfläche der Stadt für Kanusport, Segeln und Kanupolo. Zugleich ist der Kiessee ein wichtiger Lebensraum für heimische Tier- und Pflanzenarten. Um dies beides zu erhalten, muss er ausgebaggert werden.

Wie? Ich werde mich dafür einsetzen, den Kiessee als Wassersportfläche zu sichern und zugleich das Seeufer als Freizeit- und Erholungsort attraktiver zu machen. Dazu gehören Beachvolleyball-Felder, Toiletten und weitere passende Infrastruktur.

Sozialen Zusammenhalt stärken – Teilhabe ermöglichen

Göttingen ist eine vielfältige Stadt, in der sich Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft zu Hause fühlen. Diese Vielfalt findet sich auch in den Stadtteilen wieder, die durch ihren individuellen Charakter das Besondere dieser Stadt ausmachen. Die heutigen rasanten Veränderungen in unserem Zusammenleben erfordern eine Antwort im Stadtleben. Wir müssen das Gemeinsame deutlicher in den Vordergrund stellen und mehr für ein freundliches Miteinander tun. Ich bin der festen Überzeugung: Nicht Wut und Hass machen uns Menschen aus, sondern Liebe, Respekt und das Miteinander – statt Einsamkeit.

Unsere lebenswerte und solidarische Stadt für die neuen Herausforderungen weiterzuentwickeln, ist mein Ziel. Dafür werde ich als Oberbürgermeister arbeiten.

Warum? Nachbarschaftszentren, Bürgerhäuser, Mehrzweckhallen und Dorfgemeinschaftshäuser sind Orte der Begegnung und des Zusammenhalts. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Miteinander in unserer Stadt und stärken Quartiere und Stadtteile.

Wie? Alle bestehenden Einrichtungen müssen erhalten und weiterentwickelt werden. Gegebenenfalls müssen in städtischen Ortschaften neue Orte der Begegnung geschaffen werden, wenn der Bedarf erkennbar ist. Auch der dörflichen Gemeinschaft will ich einen sicheren Raum geben. Wo Orte der Begegnung besucht werden können, ohne dort kommerziell konsumieren zu müssen, kann Vereinsamung von Menschen nicht so einfach entstehen.

Warum? Teilhabe gelingt nur, wenn Menschen Orte des öffentlichen Lebens auch wirklich erreichen und nutzen können. Sporteinrichtungen, Freizeiteinrichtungen, Nachbarschaftszentren und Treffpunkte in den Stadtteilen müssen deshalb für Menschen mit Behinderung besser zugänglich werden.

Wie? Ich werde städtische Sport-, Freizeit- und Nachbarschaftseinrichtungen Schritt für Schritt barrierefrei umbauen. Dazu gehören stufenfreie Zugänge, barrierefreie Wege im Gebäude und Toiletten für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Bei Sanierungen, Umbauten und Neubauten soll Barrierefreiheit verbindlich mitgeplant werden.

Warum? Digitalisierung soll allen zugutekommen. Menschen, denen das Wissen zur Bedienung digitaler Angebote oder der Zugang zu technischen Geräten fehlt, dürfen vom technischen Wandel nicht abgehängt werden. Digitale Teilhabe ist heute eine Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe.

Wie? Dafür braucht es zwei Wege: Die Menschen müssen Unterstützung im Umgang mit digitalen Angeboten bekommen, und die digitalen Angebote selbst müssen einfach, verständlich und barrierearm gestaltet sein.

Deshalb will ich gemeinsam mit den sozialen Partnern in unserer Stadt Unterstützungsangebote ausbauen – in Nachbarschaftszentren, in der Stadtbibliothek und an möglichst vielen weiteren gut erreichbaren Orten.

Gleichzeitig werde ich mich dafür einsetzen, dass die Stadtverwaltung ihre digitalen Angebote so entwickelt, dass sie leicht nutzbar sind. Auch gegenüber Land und Bund werde ich deutlich machen: Digitale Verfahren müssen verständlich, barrierearm und alltagstauglich sein.

Und auch das ist mir wichtig: Das Leben muss weiterhin ohne eigenen digitalen Zugang funktionieren. Das heißt: Verwaltungsprozesse müssen entweder weiterhin analog möglich sein, oder es muss Anlaufstellen geben, an denen Menschen im direkten Gespräch Unterstützung bekommen und der digitale Zugang für sie übernommen wird.

Säule 2: Die Stadt als Möglichmacherin

Die Oberbürgermeisterin oder der Oberbürgermeister, der Rat und die Verwaltung prägen gemeinsam entscheidend, was in einer Stadt möglich wird. Sie setzen den Rahmen für Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Vereine, Kultur und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger.

Göttingen zukunftsfest aufzustellen gelingt nur mit einer Verwaltung, die nicht bremst, sondern ermöglicht. Es geht dabei nicht um pauschale Kritik, sondern darum, Strukturen, Zuständigkeiten und Arbeitsbedingungen konsequent an den Aufgaben von morgen auszurichten. Die Beschäftigten im Rathaus leisten schon heute jeden Tag Enormes – darauf können sie stolz sein. Mein Anspruch ist es, die Verwaltung Schritt für Schritt besser zu machen: moderner, leistungsfähiger und so aufgestellt, dass sie den Herausforderungen der Zukunft mit Zuversicht begegnen kann.

Eine Möglichmacherin ist die Stadt aber nur dann, wenn sie für die Menschen gut erreichbar ist. Bürgerinnen und Bürger müssen wissen, an wen sie sich wenden können, was mit ihren Anliegen passiert und wann sie eine Antwort bekommen. Das gilt im Rathaus, in den Stadtteilen, digital über eine Göttingen-App und weiterhin auch auf analogen Wegen.

Dies voranzutreiben, werde ich mir zur Aufgabe machen. Ich bringe dafür Führungserfahrung in großen, komplexen Systemen mit. Ich weiß, dass Veränderung nicht durch Anweisung von oben gelingt, sondern im Miteinander: mit klaren Zielen, Verantwortung auf allen Ebenen und einer Leitung, die zuhört, Orientierung gibt und Entscheidungen trifft. Effizienz entsteht durch bessere Zusammenarbeit, klare Prozesse und den Mut, Dinge zu vereinfachen und neu zu denken.

Moderne Verwaltung: lösungsorientiert, effizient, bürgernah

Die Stadtverwaltung soll für die Menschen da sein: erreichbar, verständlich und lösungsorientiert. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, moderne Führung und bessere Zusammenarbeit.

Viele Anliegen im Rathaus ähneln sich und kommen immer wieder vor. Genau dort kann und muss die Verwaltung schneller und effizienter werden – auch mithilfe von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Das hilft den Bürgerinnen und Bürgern und entlastet die Beschäftigten im Rathaus.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind dabei kein Selbstzweck. Sie sind Werkzeuge, um Routineaufgaben zu vereinfachen, Wartezeiten zu verkürzen und mehr Zeit für Beratung, Qualität und schwierige Fälle zu schaffen.

Mein Ziel ist eine Verwaltung, die dazulernt, Fehler offen anspricht, wichtige Projekte klar steuert und ihre Angebote leichter zugänglich macht – auch über eine zentrale Göttingen-App. Effizienz ist dabei kein Selbstzweck. Sie schafft mehr Zeit für Bürgernähe und gute Lösungen.

Warum? Ich möchte mich gemeinsam mit allen Beschäftigten auf den Weg machen die Stadtverwaltung langfristig zu verbessern. Dabei sind alle mitgedacht und sollen Respekt erfahren – von der Reinigungskraft bis zur Dezernatsleitung. Dafür braucht es klare Ziele, um im Alltag nicht aus dem Blick zu verlieren, wo wir hinwollen. Um diese Ziele mit allen Beschäftigten der Verwaltung zu erreichen, werde ich eine moderne Führungs- und Verantwortungskultur etablieren.

Wie? Gemeinsam mit den Führungskräften werde ich strategische Ziele für die Verwaltung entwickeln und dabei alle Beschäftigten mitnehmen, entlang der Leitfragen: Wofür steht die Verwaltung? Was sind ihre Stärken? Wohin soll sie sich entwickeln?

Warum? Viele gleiche Anträge kommen in der Verwaltung immer wieder vor. Wenn ihre Bearbeitung unnötig viel Kleinarbeit erfordert, belastet das die Beschäftigten. Wenn sie länger dauert als nötig, ist das für Bürgerinnen und Bürger unbefriedigend. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz können hier helfen: Sie verkürzen Wartezeiten, entlasten die Mitarbeitenden und schaffen mehr Zeit für Beratung und komplexe Fälle.

Wie? Wiederkehrende Prozesse wie die Beantragung von Personalausweisen, Parkausweisen oder Baugenehmigungen sollen mit digitaler Unterstützung und Künstlicher Intelligenz vereinfacht werden. Ziel ist es, Anträge schneller zu bearbeiten, Entscheidungen zu beschleunigen und die Verwaltung im Alltag spürbar zu entlasten.

Warum? Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Gleichzeitig verändern sich Aufgaben, Erwartungen und technische Möglichkeiten immer schneller. Deshalb müssen auch Strukturen und Abläufe regelmäßig überprüft und angepasst werden. Eine Verwaltung kann nur dann entscheidungsfreudiger werden, wenn Fehler offen benannt werden können und die Mitarbeitenden wissen: Die Verwaltungsspitze steht hinter ihnen und stärkt ihnen den Rücken.

Wie? Ich will eine offene und konstruktive Fehlerkultur etablieren. Die Verwaltung soll aus Erfahrungen lernen, Fortschritte regelmäßig überprüfen und sich Schritt für Schritt verbessern. Fehler dürfen nicht vertuscht werden, sondern müssen genutzt werden, um Abläufe besser zu machen. Dafür braucht es eine Führung, die Verantwortung übernimmt, Mitarbeitende schützt und ihnen Mut macht, gute Entscheidungen zu treffen.

Warum? Wenn Aufgaben kompliziert werden, sind große Organisationen wie eine Stadtverwaltung oft schwerfällig. Zuständigkeiten sind dann nicht immer klar, Entscheidungen dauern zu lange und wichtige Projekte kommen nicht schnell genug voran.

Wie? Für wichtige Vorhaben werden klare Projektleitungen benannt. Sie arbeiten bereichsübergreifend, treiben Entscheidungen voran und sorgen dafür, dass Ziele verbindlich umgesetzt werden. Komplexe Themen – zum Beispiel die Baustellenkoordination – sollen so zentral gesteuert und gemeinsam mit den zuständigen Fachbereichen schneller und besser bearbeitet werden.

Warum? Die meisten Menschen nutzen heute selbstverständlich digitale Angebote. Vieles wird bereits per App erledigt: Kalender, Messengerdienste, Fotos oder Finanzen. Ich will, dass auch die Stadt Göttingen hier aufschließt und für Bürgerinnen und Bürger einfacher erreichbar wird.

Wie? Eine zentrale Göttingen-App soll zügig entwickelt und umgesetzt werden. Sie bündelt Informationen und Services, Beteiligungsangebote, Veranstaltungen, Amtsblatt, Mängelmelder, Fundbüro, Müllabfuhr sowie aktuelle Hinweise und Termine aus den Stadtteilen. So werden direkte Kommunikation, besserer Service und mehr Beteiligung möglich.

Erlebbare Bürgernähe

Kommunalpolitik muss nah bei den Menschen sein – nicht nur in Wahlkampfzeiten oder bei Sonntagsreden, sondern auch im konkreten Handeln. Das unmittelbare Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern ist deshalb für mich unverzichtbar. Die Verwaltung muss für die Göttingerinnen und Göttinger da sein, nicht andersherum. Die Zugangsschwellen zur Verwaltung will ich deshalb senken. Sie soll „kundenfreundlicher“ für die Bürgerinnen und Bürger werden.

Warum? Viele Familien müssen für Beratung und Antragstellungen mehrere Stellen anlaufen. Das ist im Alltag, besonders mit Kindern, sehr belastend – gerade auch für Alleinerziehende. Gleichzeitig steht das Amtshaus neben dem Neuen Rathaus seit Jahren leer. Das Gebäude verfällt, während zugleich teure Büros angemietet werden. Das will ich nicht hinnehmen.

Wie? Ich werde das alte Amtshaus, das seit einem Brandanschlag vor vielen Jahren leer steht, sanieren und dort ein Familienrathaus einrichten. Unter „einem Dach“ werden hier zentrale Angebote für Familien von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr und darüber hinaus gebündelt. Familien erhalten eine verlässliche Anlaufstelle, mit kurzen Wegen und klaren Lotsenhinweisen für die gesamte Verwaltung. Das schafft echten Mehrwert für Familien, nutzt ein städtisches Gebäude endlich wieder sinnvoll und spart auf Dauer teure externe Mietkosten. Das Familienrathaus wird zusätzlich auch digital erreichbar sein.

Warum? Die Stadtteile machen Göttingen vielfältig, ihre Themen sind es aber ebenfalls. Vor Ort, auf lokaler Ebene, wissen die Menschen häufig am besten, was sie für ein gutes Leben von der Stadt brauchen.

Wie? Als Oberbürgermeister werde ich gemeinsam mit der Verwaltung regelmäßig in die Stadtteile zu Gesprächsrunden kommen. Dies sollen Arbeitsrunden mit offenem Austausch sein. Probleme werden benannt, Sachlagen geklärt und Lösungen gemeinsam entwickelt. Am Ende stehen konkrete Ergebnisse und nachvollziehbare Entscheidungen.

Warum? Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, dass ihre Hinweise ernst genommen werden. Das gilt für einzelne Anregungen aus der Bevölkerung genauso wie für Beiträge aus den Beiräten oder dem Jugendparlament. Wer sich beteiligt, soll wissen, was mit dem Anliegen passiert.

Wie? Hinweise aus der Bevölkerung – etwa bei den Stadtteiltouren oder über digitale Wege – werden systematisch aufgenommen, bearbeitet und rückgemeldet. Auch Anregungen und Beschlüsse aus Beiräten und dem Jugendparlament werden verbindlich geprüft und nachvollziehbar beantwortet. Die Göttingen-App kann dabei ein wichtiger Baustein für direkte Hinweise und Rückmeldungen aus der Bevölkerung sein. Gleichzeitig bleiben analoge Wege erhalten.

Warum? Die Verwaltungsstellen bieten den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort schon jetzt einen niedrigschwelligen Zugang zur Stadtverwaltung.

Wie? Ich möchte die Verwaltungsstellen weiterentwickeln und als verlässliche Ansprechpartner vor Ort etablieren. Hier wird Bürgernähe greifbar.

Säule 3: Die Stadt als Zukunftsmotor

Göttingen hat das Potenzial, ein starker Zukunftsstandort zu sein – getragen von exzellenter Wissenschaft, einer vielfältigen Wirtschaft, einer lebendigen Innenstadt und einer engagierten Stadtgesellschaft. Diese Potenziale möchte ich entschlossener nutzen.

Ich stehe für eine Politik, die unsere Stadt mutig nach vorne entwickelt: mit einem frischen Blick, klaren Prioritäten und soliden Finanzen. Denn nur eine handlungsfähige Stadt kann investieren, gute Ideen umsetzen und Verantwortung für kommende Generationen übernehmen.

Göttingen soll bis 2040 wirtschaftlich stark, sozial gerecht, klimafreundlich, widerstandsfähig und für alle Menschen gut erreichbar aufgestellt sein. Dabei gilt für mich: Wir dürfen die zentralen Zukunftsfragen nicht gegeneinander ausspielen. Wirtschaftliche Entwicklung, Klimaschutz, solide Finanzen, Mobilität und eine starke Innenstadt gehören zusammen.

Göttingen braucht jetzt einen klaren Kurs: Innovation ermöglichen, Arbeitsplätze sichern, nachhaltige Lösungen voranbringen, die Stadt auf Klimafolgen vorbereiten und Göttingen für Menschen, Unternehmen, Wissenschaft und Gäste attraktiv halten.

Starke Wirtschaft und Wissenschaft

Die vielfältigen starken Unternehmen in unserer Stadt, vom Handwerk über Global Player bis hin zu Start-ups, sind wichtige Partner für unsere Stadt und unser gesellschaftliches Leben. Ihre umsichtige, kluge und möglichst unbürokratische Unterstützung durch Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung ist mir ein großes Anliegen.

Und was wäre Göttingen ohne die Universität, das Universitätsklinikum, die Hochschulen und die bedeutenden internationalen Forschungseinrichtungen? Auch sie müssen am Standort aktiv unterstützt werden. Den politischen Einfluss der Stadt auf die Bundes- und Landespolitik werde ich dafür ausbauen und intensiv nutzen.

Warum? Die Lebenswissenschaften von den medizinischen Biowissenschaften über die Land- und Forstwirtschaft bis zu den Umwelttechnologien sind in Göttingen und der Region stark vertreten. Jeder fünfte Arbeitsplatz in der Region gehört dazu. Mein Anspruch ist es, mit den Partnern vor Ort Göttingen als einen wachsenden Life-Science-Standort für Technologietransfer und Start-ups auf der nationalen Landkarte noch sichtbarer zu machen.

Wie? In diesem Bereich werden in der Forschung ständig Innovationen entwickelt. Ihnen gilt es, eine Chance zu bieten, um in unserer Region neue Unternehmen aufzubauen. Inzwischen sind wichtige Unterstützungsstrukturen auf den Weg gebracht: Life Science Valley GmbH, SNIC, Start-up Factory für Life Science. Außerdem wurden frische Fördergelder dafür eingeworben. Im Schulterschluss von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik will ich diese Start-ups von der Entwicklung der Innovation bis zu deren Markteinführung auch weiterhin konsequent unterstützen, damit hier Wertschöpfung entsteht.

Warum? Ausreichend Gewerbeflächen sind wichtig, damit Betriebe in Göttingen wachsen, ihren Standort verlagern oder sich neu ansiedeln können. Ohne passende Flächen verliert die Stadt wirtschaftliche Chancen und damit auch Arbeitsplätze und Einnahmen.

Wie? Ich werde nicht nur brachliegende Flächen wie am Greitweg oder an der Europa-Allee, sondern vor allem aufgegebene Gewerbestandorte gezielt für neue Betriebe nutzbar machen. Dazu gehören zum Beispiel das frühere Druckhaus des Göttinger Tageblatts an der Dransfelder Straße und die gegenüberliegende Fläche des früheren ABB-Standorts. Die Stadt und ihre Wirtschaftsförderungsgesellschaft müssen noch stärker geeignete Flächen frühzeitig identifizieren, sichern und in eine aktive Flächenbevorratung aufnehmen. So kann Göttingen schneller reagieren, wenn Betriebe wachsen, sich verlagern oder neu ansiedeln wollen.

Warum? Universität, Hochschulen, Universitätsmedizin und Forschungseinrichtungen prägen Göttingen wie kaum ein anderer Bereich. Zehntausende Studierende und Beschäftigte sind mit Wissenschaft und Forschung direkt mit unserer Stadt verbunden. Sie stärken den Standort, bringen Wissen, Innovation und Internationalität nach Göttingen und sind ein zentraler Teil unserer Identität als Stadt, die Wissen schafft.

Wie? Ich werde Hochschulen, Universitätsmedizin und Forschungseinrichtungen bestmöglich unterstützen. Sie in Göttingen weiter zu stärken, hat für mich hohe Priorität. Dafür werde ich den engen Schulterschluss mit den Einrichtungen suchen, gemeinsame Interessen gegenüber Land und Bund vertreten und den Wissenschaftsstandort Göttingen aktiv weiterentwickeln.

Solide Finanzen – klare Prioritäten

Ein solider Haushalt ist die Voraussetzung für die Entwicklung unserer Stadt. Drei Stellschrauben sind dabei entscheidend: eigene Einnahmen stärken, Verteilung der Staatsfinanzierung insgesamt neu justieren und Ausgaben prüfen.

Warum? Es ist eine Illusion, dass wir die Stadt allein durch Haushaltsdisziplin „gesundsparen“ können. Das Problem liegt tiefer. Kommunen tragen immer mehr Verantwortung, erhalten dafür aber nicht den entsprechenden Anteil am Steueraufkommen. Diese strukturelle Unterfinanzierung muss geändert werden.

Wie? Ich werde persönlich und beharrlich dafür sorgen, dass Göttingens Stimme beim Land und beim Bund laut zu hören ist. Nur wenn die Kommunen die ihnen zugewiesenen Aufgaben auch bezahlt bekommen, können sie finanziell solide arbeiten. Dies ist nicht nur eine materielle Notwendigkeit. Ohne funktionsfähige Kommunen gerät auch unsere Demokratie immer weiter unter Druck.

Warum? Jeder Euro, den die Stadt ausgibt, ist Geld ihrer Bürgerinnen und Bürger. Damit müssen Politik und Verwaltung verantwortungsvoll, sparsam und mit klarem Blick auf die Wirkung umgehen.

Wie? Als Oberbürgermeister werde ich konsequent Aufgaben priorisieren, bestehende Ausgaben hinterfragen und Ausgaben auf das konzentrieren, was für die Menschen wirklich zählt.

Warum? Die Welt wird immer komplizierter – auch auf dem Feld der externen Förderung kommunaler Aufgaben. Bei kluger Nutzung können aus den Fördertöpfen der EU, des Bundes, des Landes und von Stiftungen aber Millionen Euro zusätzlich nach Göttingen geholt werden.

Wie? Damit Göttingen noch umfassender diese Fördermöglichkeiten nutzt, werde ich in der Verwaltung ein zentrales Fördermittelmanagement aufbauen, das Fördermöglichkeiten systematisch zusammenstellt, alle Fachbereiche bei Beantragung und Verwaltung unterstützt und auch beratend für alle Akteure in der Stadt zur Verfügung steht.

Warum? Die Stadt sollte auch über eine Erhöhung ihrer Einnahmen im eigenen Wirkungsbereich nachdenken.

Wie? Die aktuell vom Rat beschlossene Bettensteuer – die es auch in zahlreichen anderen Städten als städtische Gebühr für eine Übernachtung in einem Hotel oder einer Pension gibt – unterstütze ich. Mit den Einnahmen der Gebühr werde ich Kultur- und Sportangebote in unserer Stadt fördern.

Warum? Der Einsatz digitaler Prozesse in der Verwaltung spart Kosten und Arbeit und verbessert die Qualität.

Wie? Aufbauend auf Vorarbeiten an IT-Infrastruktur und -Prozessen möchte ich bis 2030 alle häufiger genutzten Bürgerservices durchgängig digital bereitstellen. Dazu müssen auch die Akten zukünftig vollständig digital geführt werden und die für die tägliche Arbeit wichtigen Unterlagen müssen digitalisiert werden. Neben der gewonnenen Zeit für die Bürgerinnen und Bürger und Mitarbeitenden in der Verwaltung liegt hier auch ein beachtliches Sparpotenzial. So kann z. B. mit einer zentralen und weitgehenden Daten- und Dokumentenverwaltung viel Geld eingespart werden. Es wird weniger Papier und weniger Druckereinsatz benötigt, der Zugriff für die Mitarbeitenden ist einfacher und der Platzbedarf geringer, weil Aktenschränke kaum noch erforderlich sind.

Klimastadt: Göttingen enkeltauglich

Klimaschutz muss im Alltag funktionieren – und sozial gerecht gestaltet werden. Der notwendige Klimaschutz darf nicht zur sozialen Kälte führen. Die geopolitischen Spannungen haben uns zudem vor Augen geführt, dass Energieunabhängigkeit unumgänglich ist. Entscheidend ist beim Klimaschutz aber für mich nicht, was plakativ beschlossen, sondern was konkret umgesetzt wird.

Warum? Ein Großteil unserer CO₂-Emissionen entsteht durch das Heizen und die Warmwasserherstellung noch überwiegend mit Gas und Öl. Mit dem Wärmeplan haben wir eine solide Grundlage zum Umlenken. Jetzt muss es um die schnelle Umsetzung gehen.

Wie? Mein Ziel ist eine klimaneutrale und zugleich bezahlbare Wärmeversorgung. Ich weiß: Die Wärmewende entscheidet sich vor Ort. Deshalb werde ich Eigentümer und Mieter nicht allein lassen, sondern konkret unterstützen – mit guter Beratung, verlässlichen Informationen und praktikablen Lösungen statt mit Zwang und Verboten.

Der Ausbau der Fernwärme muss zugleich konsequent vorangetrieben und wirtschaftlich attraktiv gestaltet werden. Mit Hilfe der Stadtwerke verfolgen wir den Ausbau im Rahmen des kommunalen Wärmeplans in den nächsten Jahren konsequent weiter.

Warum? Die Unabhängigkeit von Gas und Öl vom Weltmarkt können wir nur durch den Ausbau erneuerbarer Energien erreichen. Heimische Energieproduktion ist also ökologisch und sicherheitstechnisch sinnvoll. Damit solche Projekte wirtschaftlich interessant und machbar sind, brauchen wir intelligente Lösungen, die mit Stromspeichern und auch direkten Stromanschlüssen Vorteile für unsere Bürgerinnen und Bürger sowie unsere Unternehmen bieten.

Wie? Ich will deshalb in Göttingen ein Bündel von Maßnahmen auf den Weg bringen, die diesen Prozess des Umlenkens unterstützen.

Die Stadt geht voran

Dächer und geeignete Fassaden städtischer Gebäude werden konsequent für Photovoltaik genutzt – beginnend dort, wo wir selbst große Stromverbraucher sind, etwa in Schulen, Kitas und Bürogebäuden. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll. Diese Investitionen lohnen sich auch, weil die Stadt damit langfristig Stromkosten spart.

Die Stadt erleichtert allen Menschen Zugang zu eigenen Energiequellen

Gute Beratung, unbürokratische Verfahren und konkrete Angebote von regionalen Partnern, etwa für Balkonkraftwerke oder gemeinschaftliche Lösungen für Dächer, Erker, Carports und Fassaden, sollen mehr Menschen den Zugang zu erneuerbaren Energien ermöglichen. Die Frage, ob selbst produzierter Strom genutzt werden kann, darf dabei nicht vom Besitz eines eigenen Hauses abhängen.

Den Windkraftausbau gestalten

Für Göttingen sind bereits konkrete Windenergiegebiete benannt. Jetzt kommt es darauf an, diese Entwicklung aktiv zu gestalten: mit Augenmaß, transparent und im Dialog mit den betroffenen Stadt- und Ortsteilen.

Der Strom aus neuen Windrädern soll möglichst vor Ort genutzt werden. Denn die Stromnetze sind vielerorts noch nicht ausreichend darauf ausgelegt, immer mehr erneuerbaren Strom über weite Strecken zu verteilen. Deshalb will ich gemeinsam mit der EnergieRegion Göttingen GmbH daran arbeiten, regional erzeugten Windstrom stärker in der Region zu halten. Das kann gelingen, wenn Göttinger Großverbraucher direkt eingebunden und leistungsfähige Speicheranlagen mitgedacht werden.

Wichtig ist mir dabei: Die Stadt- und Ortsteile, in denen Windräder entstehen, müssen davon wirtschaftlich profitieren und auch Bürgerinnen und Bürger sollen sich über Energiegenossenschaften beteiligen und an den Erträgen teilhaben können.

Mobilität für die Zukunft

Mobilität muss im Alltag funktionieren. Als Oberbürgermeister werde ich alle Verkehrsarten im Blick behalten: Fußverkehr, Radverkehr, Busse, Autos und Wirtschaftsverkehr. Jede Verkehrsart hat ihre Berechtigung.

Dabei geht es auch um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen: Kinder brauchen sichere Schulwege, Familien verlässliche Wege im Alltag, Berufspendler gute Verbindungen in die Stadt. Ältere Menschen und Menschen mit Einschränkungen brauchen Barrierefreiheit. Handwerk, Pflege, Wirtschaft und Logistik müssen ihre Arbeit gut erledigen können.

Unumstößlich ist: Der Radentscheid muss umgesetzt werden. Der Busverkehr muss wieder verlässlich sein und gestärkt werden, wo es möglich ist. Viele Menschen pendeln täglich aus dem Göttinger Umland in die Stadt. Auch sie sind auf gute Wege ins Zentrum angewiesen.

Mein Ziel ist es, diese unterschiedlichen Anforderungen zusammenzubringen, statt sie gegeneinander auszuspielen. Verkehrspolitik darf die Menschen nicht belehren, sondern muss ihren Alltag besser machen. Sie muss praktisch, verlässlich und alltagstauglich sein. Dafür gibt es viel zu tun.

Warum? Der Radentscheid hat gezeigt: Wir brauchen bessere Bedingungen für den Radverkehr. Jetzt muss es mit Tempo in die Umsetzung gehen.

Wie? Als Oberbürgermeister werde ich dafür sorgen, dass der Radentscheid zügig umgesetzt wird. Ich nehme diese Entscheidung der Göttingerinnen und Göttinger ernst. Die geforderten geschützten Radfahrstreifen, sogenannte Protected Bike-Lanes, sollten dabei zunächst probeweise ohne große bauliche Maßnahmen eingerichtet werden.

Neben den im Radentscheid geforderten Maßnahmen ist mir zudem wichtig, dort wo die straßenbegleitenden Radwege noch viel genutzt werden und keine Radfahrstreifen auf den Fahrbahnen realisiert werden können, die Radwege instand zu setzen. Ich sehe auch das Erfordernis weitere Fahrradstraßen auszuweisen, so dass sichere Fahrradrouten abseits der vielbefahrenen Straßen angeboten werden können.

Warum? Zu viele Mobilitätsprojekte dauern zu lange. Vom ersten Konzept bis zur Umsetzung vergehen oft Jahre. So z. B. am Schildweg/Cheltenham-Park: 2020 hat die Diskussion begonnen, Anfang 2025 einigte sich der Rat, im Frühsommer 2026 wird realisiert. Solche Hängepartien will ich in Zukunft nicht hinnehmen.

Wie? Planungs- und Entscheidungsprozesse werde ich straffen, wie bei der Verwaltungsmodernisierung bereits beschrieben, und so Projekte schneller realisieren.

Warum? Der Gehweg muss ein geschützter Raum für die schwächsten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sein. Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Einschränkungen müssen sich dort sicher bewegen können. Das ist nicht möglich, wenn Gehwege regelmäßig vom Radverkehr mitgenutzt oder durch parkende Autos oder E-Scooter eingeschränkt werden. Viel zu häufig werden Kinder deshalb nicht mehr allein vor die Tür gelassen oder ältere Menschen trauen sich nicht mehr zu Fuß durch die Stadt.

Wie? Wo sich Wege kreuzen, werde ich für klare und verständliche Regelungen sorgen. Neue Ansätze, wie gesicherte Querungen für Fußgängerinnen und Fußgänger auf Radwegen, werden gezielt erprobt, etwa beim Radschnellweg.

Gehwege müssen konsequent nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung freigehalten werden. Dazu gehören bessere Kontrollen bei falsch parkenden Autos und falsch abgestellten E-Scootern, klar definierte Abstellflächen und gut erkennbare Wegeführungen. Dort, wo Radfahrende häufig auf Gehwege ausweichen, müssen die Ursachen geprüft und beseitigt werden – etwa schlechter Straßenbelag oder unsichere Abbiegesituationen. So schaffen wir mehr Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger und zugleich bessere Bedingungen für den Radverkehr.

Warum? Sichere Schulwege für Schülerinnen und Schüler müssen oberste Priorität haben. Dazu gehören sichere Wege im Umfeld der Schulen, klare Regeln direkt vor den Schulgebäuden – etwa beim Umgang mit Elterntaxis und sichere weitere Anfahrtwege mit dem Rad zu den weiterführenden Schulen.

Wie? Das Umfeld aller Schulen ist aus verkehrstechnischer Sicht kritisch zu betrachten. Vor den Grundschulen sollen sichere Verkehrszonen eingerichtet werden. Erste gute Maßnahmen gibt es bereits, weitere müssen folgen. Die fußläufige Erreichbarkeit unserer Grundschulen und weiterführenden Schulen muss sicher möglich sein. Desweiteren müssen wir sichere Fahrradrouten zu den weiterführenden Schulen einrichten. Viele Schülerinnen und Schüler fahren mit dem Rad. Deshalb müssen Schulwege beim Ausbau von Fahrradstraßen und geschützten Radfahrstreifen besonders berücksichtigt werden.

Warum? Gute Mobilität beginnt vor der Haustür. Wie wir durch die repräsentative Befragung der Stadt wissen, werden die mit Abstand meisten Strecken in Göttingen weder mit Fahrrad noch mit dem Auto, sondern zu Fuß zurückgelegt.

Wie? Bei den bereits vorgestellten Stadtteiltouren werde ich den Fußverkehr gezielt in den Blick nehmen. Hinweise aus der Bevölkerung, etwa über die neue Göttingen-App, werden prioritär bearbeitet. Bei Verkehrs- und Stadtplanung will ich Fußgängerinnen und Fußgänger stärker berücksichtigen.

Warum? Mobilität muss für alle Menschen funktionieren. Viele Gehwege und Übergänge in Göttingen wurden in den 1950er- bis 1980er-Jahren gebaut. Damals wurden Blindenleitsysteme noch nicht selbstverständlich eingeplant, und viele Bordsteine an Fußgängerüberwegen wurden nicht vollständig abgesenkt. Das erschwert den Alltag für blinde und sehbehinderte Menschen, Menschen mit Rollstuhl oder Rollator, Eltern mit Kinderwagen und viele ältere Menschen.

Wie? Ich werde dafür sorgen, dass Gehwege, Kreuzungen und Fußgängerüberwege Schritt für Schritt barrierefreier werden. Dazu gehören abgesenkte Bordsteine an Übergängen, gut erkennbare und ertastbare Leitsysteme für blinde und sehbehinderte Menschen sowie sichere Querungen an wichtigen Punkten im Stadtgebiet. Barrierefreiheit soll dabei nicht nur bei großen Neubauprojekten mitgedacht werden, sondern auch bei laufender Sanierung und Instandhaltung konsequent verbessert werden.

Warum? Der Busverkehr ist für unsere Stadtgesellschaft eine enorm wichtige Verkehrsart. Teile unserer Bevölkerung sind existenziell auf den ÖPNV angewiesen, zudem ist der Verzicht auf das Auto ohne ein Busangebot kaum denkbar.

Wie? Ich werde mich dafür einsetzen, den Busverkehr wieder verlässlich zu machen und das bestehende Angebot zu halten. Die Anbindung der Ortsteile und des oberen Ostviertels darf nicht in Frage gestellt werden.

Warum? Viele Menschen sind im Alltag weiterhin auf das Auto angewiesen. Zugleich ist klar: Der automatische Vorrang des Autos gegenüber allen anderen Verkehrsarten gehört der Vergangenheit an. Ich will Mobilität gleichberechtigt denken – mit Blick auf das, was im Alltag funktioniert.

Wie? Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende, Busse und Autos werden von mir gleichberechtigt gedacht. Ziel ist, alle Verkehrsarten sicher, flüssig und sinnvoll zu organisieren. Zugleich muss es für Anwohnende, Pendelnde, Handwerk, Pflege, Wirtschaft und Logistik weiterhin möglich sein, sich mit dem Auto durch unsere Stadt zu bewegen und auch zentral zu parken.

Zu meinen Projekten gehört, den Verkehrsfluss zu verbessern. Kreisverkehre können an geeigneten Stellen helfen, Staus zu reduzieren und den Verkehr besser zu steuern – besonders an Kreuzungen mit wechselnder Belastung, zum Beispiel Merkelstraße/Von-Ossietzky-Straße oder Kreuzbergring/Waldweg.

Mit den Stadtwerken will ich außerdem die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität ausbauen und private Anbieter einladen, weitere Ladepunkte in Göttingen zu schaffen.

Schutz vor Klimafolgen – konkret vor Ort

Der Klimawandel verändert unsere Lebensbedingungen spürbar – auch in Göttingen. Hitze, Starkregen und andere Extremwetter nehmen zu. Darauf müssen wir uns besser vorbereiten.

Mein Ziel ist eine Stadt, die widerstandsfähiger wird und ihre Bürgerinnen und Bürger besser schützt. Dafür brauchen wir mehr Grün, mehr Schatten und Flächen, die Regenwasser besser aufnehmen und speichern können.

Leitbild ist dabei die Schwammstadt: Regenwasser soll nicht möglichst schnell abfließen, sondern dort aufgenommen werden, wo es fällt. Entsiegelte Flächen, Grünflächen, Bäume und Wasserspeicher helfen dabei. So kann Regen besser versickern und an heißen Tagen zur Kühlung beitragen.

Dazu gehört auch ein starker Katastrophenschutz. Denn klar ist: gute Vorbereitung, klare Zuständigkeiten und verlässliche Einsatzstrukturen werden in Zeiten von Hitze, Starkregen und Extremwetter immer wichtiger.

Warum? Die Innenstadt heizt sich an heißen Sommertagen besonders stark auf. Das kann die Lebensqualität deutlich einschränken und für manche Menschen auch gesundheitlich gefährlich werden. Bäume helfen dagegen: Sie spenden Schatten, kühlen die Umgebung und machen den Aufenthalt in Straßen und auf Plätzen angenehmer.

Wie? Das bestehende 1000-Bäume-Programm will ich gezielt weiterentwickeln. Zehn der 100 jährlichen Neupflanzungen sollen künftig in der Innenstadt erfolgen. Ziel ist ein spürbarer Zuwachs an klimaresistenten Bäumen in den besonders stark genutzten und aufgeheizten Bereichen unserer Stadt.

Dafür müssen die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden, vor allem ausreichend Wurzelraum und passende Standorte.

Warum? Die Innenstadt ist der wärmste und meistbesuchte Teil unserer Stadt. Gerade an heißen Tagen brauchen Menschen dort einfache Möglichkeiten, kostenlos an Trinkwasser zu kommen – ohne etwas kaufen zu müssen.

Wie? Ich werde zusätzliche Trinkwasserspender in der Innenstadt einrichten lassen. So können sich alle Menschen kostenlos mit Wasser versorgen – beim Einkaufen, auf dem Weg zur Arbeit, beim Stadtbummel oder bei Veranstaltungen.

Warum? Versiegelte Flächen heizen sich stark auf und verschärfen die Folgen von Starkregen. Wasser kann schlechter versickern, die Stadt wird heißer und die Aufenthaltsqualität sinkt.

Wie? Ich werde Schritt für Schritt mehr Plätze, Straßenräume und Parkflächen entsiegeln und begrünen lassen. Auch Parkplätze müssen nicht vollständig asphaltiert sein. Sie können wasserdurchlässiger gestaltet und durch Bäume beschattet werden.

Ziel ist mehr Grün, mehr Schatten und eine bessere Versickerung von Regenwasser.

Warum? Alle Krisenlagen, zunehmend aber auch Starkregen und Hitzeperioden, verlangen gute Vorbereitung, klare Zuständigkeiten und ständige Übung. Besonders wichtig ist dabei der Schutz von Menschen, die in einer Krise nicht ohne Weiteres selbst für sich sorgen können. Das gilt zum Beispiel für ältere Menschen, Menschen mit Behinderung, pflegebedürftige Menschen oder Menschen, die auf strombetriebene medizinische Geräte angewiesen sind.

Wie? Als Oberbürgermeister verstehe ich Katastrophenschutz als Teil moderner Daseinsvorsorge. Die Feuerwehren bekommen zuverlässig eine gute Ausrüstung. Mit den Akteuren des Zivil- und Katastrophenschutzes werde ich enge Kontakte pflegen und sie unterstützen, wo es notwendig ist.

Außerdem werde ich prüfen lassen, wie in Göttingen Notfallanlaufpunkte vorbereitet und im Krisenfall verlässlich aktiviert werden können. Solche Orte können bei Katastrophen und Großschadenslagen Schutz, Information und erste Hilfe bieten – etwa Wärme, Trinkwasser, einfache Versorgung, grundlegende pflegerische Unterstützung und Strom für lebensnotwendige Geräte.

Ich will dafür Sorge tragen, dass unsere Stadt für die Unsicherheiten der Zukunft besser aufgestellt ist – gerade auch für Menschen, die im Notfall besonders auf Hilfe angewiesen sind.

Innenstadtentwicklung

Die Göttinger Innenstadt ist das Herz unserer Stadt und darüber hinaus der gesamten Region. Hier wird eingekauft, gearbeitet, gewohnt, gefeiert und Kultur erlebt. Hier finden Tourismus, Nachtleben, Feste und Begegnungen statt.

Gleichzeitig hat sich vieles verändert. Der Online-Handel, neue Erwartungen an Aufenthalt und Mobilität sowie strengere Lärmschutzanforderungen setzen der Innenstadt zu. Ich will, dass hier wieder mehr Leben entsteht. Dafür brauchen wir neue Ideen für leerstehende Läden, gute Erreichbarkeit, mehr Kultur, Bildung, Bewegung und Aufenthaltsqualität. Von einer starken Innenstadt profitiert die ganze Stadt.

Viele Punkte aus dem Göttingen-Plan stärken auch die Innenstadt: mehr Sauberkeit und Sicherheit, bessere Mobilität, mehr Klimaanpassung und eine lebendige Kultur. In diesem Kapitel werden diese Themen zusammengeführt und auf die Innenstadt bezogen.

Warum? Die Innenstadt ist ein zentraler Ort für Begegnung, Wirtschaft und städtisches Leben. Ihre Aufgaben verändern sich aber. Einkaufen bleibt wichtig, reicht allein aber nicht mehr aus. Wir müssen klären, wie unsere Innenstadt in der Mitte des 21. Jahrhunderts aussehen soll: Was findet dort künftig statt? Wie bleiben die Wege in die Innenstadt einfach und verlässlich? Wo haben Fußgängerinnen und Fußgänger, Rad, Bus und Auto ihren Platz? Wie organisieren wir Lieferverkehr und Parken? Wie schaffen wir mehr Grün, bessere Aufenthaltsqualität und gute Bedingungen für Gastronomie?

Wie? Das bestehende Innenstadtleitbild ist über 20 Jahre alt und muss überarbeitet werden. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur, Freizeit und Tourismus verändern sich. Diese Entwicklungen müssen in einem neuen Konzept zusammengeführt werden.

Ich will diese Veränderungen aktiv gestalten, statt ihnen nur zuzusehen. Am Ende soll ein verbindlicher Rahmen stehen, der Planungssicherheit schafft und Handlungsleitlinien definiert, um die Innenstadt als attraktiven, lebendigen und zukunftsfähigen Raum zu stärken.

Warum? In vielen Städten stehen Innenstädte unter großem Druck. Leerstand, weniger Einzelhandel und weniger Leben nach Geschäftsschluss sind vielerorts ein Problem. In Göttingen sieht es zum Glück noch besser aus. Das liegt auch an guten Entscheidungen der Kommunalpolitik in den vergangenen Jahrzehnten. Unsere Innenstadt ist nicht nur Einkaufsort, sondern auch Wohnort, Treffpunkt, Kulturraum und Ort für Gastronomie und Dienstleistungen. Besonders das Wohnen ist wichtig, weil es die Innenstadt auch außerhalb der Geschäftszeiten lebendig hält. Damit sie dauerhaft attraktiv bleibt, braucht es aber noch mehr Orte für Kultur, Bildung und Begegnung.

Wie? Die Stadtbibliothek kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Bisher ist sie wenig sichtbar und wird vor allem als Ort der Bücherausleihe wahrgenommen. Ich will sie als offener und kommunikativer Treffpunkt weiterentwickeln – wie bereits im Abschnitt Kultur beschrieben. Das würde die Innenstadt stärken und mehr Menschen ins Zentrum bringen.

Warum? Viele Menschen wünschen sich wieder mehr zentrale Veranstaltungen in der Innenstadt. Die Diskussion um das frühere Altstadtfest zeigt: Es gibt eine große Sehnsucht nach Festen, die Menschen zusammenbringen und die Innenstadt beleben. Gleichzeitig können wir das Rad der Zeit nicht einfach zurückdrehen. Alte Formate lassen sich nicht eins zu eins wiederbeleben. Sie müssen zu heutigen Anforderungen an Sicherheit, Lärm, Organisation und Finanzierung passen.

Mit der Nacht der Kultur gibt es bereits ein starkes Format, das mit viel lokalem Engagement aus Kultur, Gastronomie und Einzelhandel eine kulturelle Alternative zum früheren Altstadtfest geschaffen hat. Auch Open Sound 2025 zeigt, dass zentrale Kulturformate in der Innenstadt funktionieren können. Es wurde als zweijährlich wechselnde Alternative zum KWP-Festival im Wald entwickelt, weil das Festival im KWP durch die logistischen Herausforderungen am Standort sehr teuer ist.

Eine lebendige Innenstadt entsteht aber nicht nur durch große Veranstaltungen. Sie braucht auch Orte, an denen Menschen sich gerne aufhalten, Kinder spielen können und Bewegung im Alltag möglich ist. Spielgeräte, kleine Sportangebote und Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum machen die Innenstadt familienfreundlicher, lebendiger und einladender.

Wie? Ich will bestehende Veranstaltungsformate gemeinsam mit Kultur, Gastronomie, Einzelhandel und Stadtgesellschaft überprüfen und weiterentwickeln. Dabei geht es nicht darum, Bewährtes vorschnell aufzugeben. Es geht darum, Formate so aufzustellen, dass sie bezahlbar bleiben, viele Menschen erreichen und die Innenstadt stärken.

Deshalb will ich prüfen, wie Open Sound, die Nacht der Kultur und weitere zentrale Veranstaltungen in der Innenstadt dauerhaft gestärkt werden können. Auch Sport-Events, die viele Menschen zum Mitmachen animieren, sollen hier eine Rolle spielen.

Zusätzlich will ich mehr Bewegung und Spiel im Alltag ermöglichen. Dazu gehören Spielgeräte für Kinder und einfache Sportangebote an geeigneten Orten in der Innenstadt. Auch ein Wasserspielplatz wäre eine gute Idee – etwa in Anknüpfung an den früheren Wasserspielbereich vor der Jakobi-Kirche. Solche Orte machen die Innenstadt besonders für Familien attraktiver und sorgen dafür, dass Menschen dort nicht nur einkaufen, sondern sich gerne aufhalten.

Warum? Die Innenstadt ist Treffpunkt für viele Menschen. Hier wird eingekauft, gearbeitet, gewohnt, gefeiert und Kultur erlebt. Deshalb muss sie für alle gut erreichbar bleiben – barrierearm und mit unterschiedlichen Verkehrsarten.

Wie? Die Stadtbusse sollen grundsätzlich weiter in die Innenstadt fahren. Mit der Elektrifizierung der Busse sinken Lärm- und Abgasbelastung. Gleichzeitig müssen die bestehenden Einfahrtbeschränkungen für den Individualverkehr konsequenter durchgesetzt werden.

Sichere Fahrradabstellmöglichkeiten und eine bessere Befahrbarkeit der Innenstadt mit dem Rad will ich ausbauen. Auch für Fußgängerinnen und Fußgänger soll die Innenstadt attraktiv, sicher und gut begehbar sein.

Warum? Göttingen ist eine junge Stadt. Nachtleben, Clubs, Livemusik, Gastronomie und Kulturorte gehören zu einer lebendigen Innenstadt. Sie sind wichtig für Studierende, Auszubildende, junge Menschen, Kulturschaffende und für die Attraktivität unserer Stadt insgesamt. Gleichzeitig treffen nachts unterschiedliche Interessen besonders deutlich aufeinander: Feiern, Ruhebedürfnis, Sicherheit, Lärmschutz, Ordnung, Mobilität und wirtschaftliche Interessen.

Deshalb braucht Göttingen eine verlässliche Strategie für die Nacht. Junge Menschen und die Akteure der Nachtkultur sollen stärker gesehen werden. Zugleich müssen Konflikte früh angesprochen und fair gelöst werden.

Wie? Ich werde einen Masterplan Nachtkultur entwickeln lassen. Er soll Kultur, Clubs, Livemusikspielstätten, Gastronomie und Begegnungsräume stärken und klare Wege für den Umgang mit Nutzungskonflikten schaffen.

Dazu werde ich eine Nachtbürgermeisterin oder einen Nachtbürgermeister als feste Ansprechperson einführen. Diese Stelle soll nicht Ordnungskraft sein, sondern vermitteln, vernetzen und Lösungen möglich machen: zwischen Anwohnenden, Veranstaltenden, Feiernden, Gastronomie, Kultur, Ordnungsdienst, Verwaltung und Politik.

Ziel ist ein Nachtleben, das lebendig, sicher und rücksichtsvoll ist – mit klaren Zuständigkeiten, guter Kommunikation und mehr Planungssicherheit für alle Beteiligten.